Monatsbetrachtungen März 2026

Der März 2026 knüpft im Ruhrgebiet voraussichtlich an den wechselhaften Februar an: typischer Frühjahrsbeginn mit hoher Dynamik, geprägt von milden Westlagen, wiederkehrenden Regenfronten und einzelnen Kaltlufteinbrüchen. Für die Bienenvölker bedeutet das: starker Entwicklungsimpuls – aber unter instabilen Bedingungen.


1. Witterungscharakter und imkerliche Einordnung

Im Ruhrgebiet ist im März meist zu beobachten:

  • Tageshöchstwerte häufig zwischen 8 und 15 °C, in milden Phasen auch darüber
  • Wechsel aus Regen, Wind und kurzen stabilen Hochdruckfenstern
  • Nächtliche Rückfälle Richtung 0 °C oder leichter Frost weiterhin möglich

Konsequenz für die Bienen:
Die Entwicklung läuft jetzt deutlich schneller als im Februar, wird aber immer wieder „gebremst“. Genau diese Wechselwirkung ist entscheidend für die Betriebsweise.


2. Volksentwicklung: Übergang zur Frühjahrsdynamik

Im März erreichen die Völker im Ruhrgebiet eine kritische Schwelle:

  • Das Brutnest wächst jetzt kontinuierlich und deutlich flächig
  • Erste größere Brutflächen (mehrere Wabenseiten) entstehen
  • Der Bienenumsatz (Schlüpfen junger Bienen) beginnt spürbar zuzunehmen

Wetterabhängigkeit 2026:

  • Milde Phasen → explosionsartige Ausdehnung des Brutnests
  • Kälterückfälle → Brut wird zusammengezogen, Energieverbrauch steigt

➡️ Entscheidend: Die Völker sind jetzt nicht mehr im Sparmodus, sondern im Aufbau.


3. Futtermanagement: kritisch trotz Frühling

Ein häufiger Fehler: „Es blüht, also haben die genug.“

Gerade im wechselhaften März 2026 gilt:

  • Regenperioden verhindern Nektareintrag
  • Große Brutflächen erhöhen den Verbrauch massiv

Praxis im Ruhrgebiet:

  • Verbrauch kann >2 kg pro Woche erreichen
  • Besonders starke Völker sind gefährdet (viel Brut = hoher Bedarf)

Empfehlung:

  • Weiterhin Gewichtskontrolle
  • Bei Bedarf Futterteig nachlegen, auch im März absolut legitim
  • Flüssigfütterung nur sehr gezielt und vorsichtig

4. Trachtentwicklung im Ruhrgebiet

Jetzt beginnt die entscheidende Frühtrachtphase:

Haupttrachten im März:

  • Salweide (Schlüsseltracht!)
  • Hasel / Erle (auslaufend)
  • Frühblüher in Parks, Gärten, Friedhöfen
  • Erste Obstblüten in warmen Lagen gegen Monatsende

Einfluss des Wetters 2026:

  • Regen → verlängerte Blüte, aber geringerer täglicher Eintrag
  • Milde Sonnentage → starke kurzfristige Trachtschübe
  • Wind → Flugaktivität reduziert trotz Blüte

➡️ Im Ruhrgebiet mit seiner urbanen Struktur oft dennoch relativ stabile Pollenversorgung, aber Nektar schwankt stark.


5. Flugaktivität und Beobachtung

Im März ist das Flugloch eine der wichtigsten Informationsquellen:

Achten auf:

  • Stetigen Polleneintrag → Brut läuft gut
  • Unruhe oder Räuberei → bei Trachtlücken möglich
  • Drohnenflug gegen Monatsende (bei starken Völkern)

Typisch für 2026:

  • „Stoßweiser Flugbetrieb“: intensive Aktivität an warmen Tagen, danach wetterbedingte Pausen

6. Erste Eingriffe am Volk

Der März ist der Beginn der aktiven imkerlichen Saison.

Mögliche Maßnahmen (witterungsabhängig!):

  • Kurze Durchsicht an warmen Tagen (>15 °C, windstill)
  • Totenfall entfernen / Boden reinigen
  • Sitz des Volkes prüfen (Futterabriss verhindern)
  • Schwache Völker beurteilen (vereinigen vorbereiten)

Noch nicht im Fokus:

  • Erweiterung mit Honigräumen (meist erst Ende März/April)
  • Intensive Durchsichten bei instabilem Wetter

7. Varroa und Gesundheitsstatus

Mit zunehmender Brut:

  • Varroa beginnt sich wieder stärker zu vermehren
  • Februarwerte sollten jetzt eingeordnet werden

Im März:

  • Keine Behandlung
  • Aber: Gesamtvolksstärke und Brutbild kritisch beobachten

Auffälligkeiten:

  • Lückiges Brutbild
  • Schwaches Wachstum trotz Tracht
    → Hinweis auf Probleme aus dem Winter

8. Witterungsrisiken im März 2026

Besonders relevant im aktuellen Jahr:

  • Kälterückfälle nach starken Brutphasen
  • Langanhaltende Regenperioden → Trachtlücken
  • Starke Westwinde → eingeschränkter Flugbetrieb
  • Hohe Feuchte → Risiko für Schimmel in schwachen Völkern

Fazit März 2026

Der März ist im Ruhrgebiet der entscheidende Übergangsmonat:

  • Die Völker gehen klar in den Aufbaumodus
  • Die Entwicklung ist wettergetrieben und nicht linear
  • Futterkontrolle bleibt erfolgskritisch, trotz beginnender Blüte
  • Erste Eingriffe sind möglich, aber nur gezielt und wetterabhängig

Wer im März sauber arbeitet und seine Völker stabil hält, legt die Grundlage für:
➡️ starke Frühtracht
➡️ gesunde Ablegerbildung
➡️ erfolgreiche Honigsaison

Monatsbetrachtung Februar 2026

Überblick der aktuellen Witterung im Februar

Der Februar 2026 im Ruhrgebiet verlief wechselhaft und witterungsreich mit deutlichen Temperaturschwankungen, teils winterlichen Abschnitten und dann milden Phasen. In der ersten Monatshälfte dominierten saisontypische Winterlagen mit Schnee, gefrierendem Regen und Glätte, später folgten milderes, regnerisches Atlantikwetter und wieder Sturm.

Klimatologische Eckwerte (regionaltypisch, langfristig)

  • Tagesmitteltemperaturen im Februar liegen im Ruhrgebiet statistisch meist um ca. 2 – 5 °C, in manchen milden Tagen auch darüber.
  • Häufig wechselnd von Frostnächten zu milden Tagen mit Regen oder Schneeregen.
  • Niederschläge / Schneefälle treten im Februar regelmäßig auf, also kein stabiler Trockenzustand.

Aktuelle Besonderheiten 2026:

  • Anfangs Monat Schnee und Glätte, auch Schneeregen und Graupel zu Karnevalszeiten.
  • Zeitweise milde Tage mit Temperaturen bis 8 – 12 °C und regenreichen Abschnitten am Wochenende.
  • Wettertrend: grau, wechselhaft, hohe Luftfeuchte, Regen statt Dauerfrost, aber auch wieder winterliche Einflüsse mit Glätte und Bodenfrost möglich.

1. Volksentwicklung und Brutverlauf

Auf Grundlage der aktuellen Wetterentwicklung verändert sich die Brutaktivität im Februar 2026 deutlich:

➡️ Erste Monatshälfte:

  • Kältephasen mit Schneefall/Inversionswetter → Verzögerte Brutentwicklung, da kalte Außentemperaturen die Aktivität der Bienen hemmen.
  • Die Königin kann nur langsam die Brut erweitern.
  • Futterverbrauch bleibt moderat hoch.

➡️ Zweite Monatshälfte:

  • Mehrmals Temperaturen über 10 °C in milden Abschnitten → Spürbare Zunahme des Brutnest-Volumens.
  • Regentage und hohe Luftfeuchte führen zu eingeschränkter Flugbarkeit → stärkere Nutzung der Flugfenster.
  • Milde Regenlagen stärken Pollenflüge möglich an sonnig-trockenen Zeitfenstern (besonders Hasel/Erle, Salweide).
Haselblüte
Haselblüte im Grenzgebiet Wattenscheid/Gelsenkirchen. Foto: G. Bücher

    Folge: Der Brutverlauf bleibt volatil, stark abhängig von den „warmen Fenstern“. Vereinzelte milde Tage pushen die Volksentwicklung mehr als in einem konstant kalten Februar. Gleichzeitig begrenzen Regen und Wind die Flugmöglichkeiten.


    2. Futterlage & Fütterungsstrategie

    Durch die wechselhafte Temperaturentwicklung 2026 verteilt sich der Futterverbrauch anders als in einem typischen, konstant kalten Februar:

    Risiken:

    • Schneefälle/Glätte → eingeschränkte Flugzeiten → Erschwerte Eigenversorgung.
    • Milder, regenreicher Verlauf → Volksstoffwechsel steigt → Futterverbrauch steigt.

    Empfehlungen:

    • Regelmäßige Gewichtskontrolle der Beuten einschl. Heben über das Gewicht (Futterstatus).
    • Bei Anzeichen von Futtermangel (schwerer Aufschwung nach milden Tagen):
      • Auf bioziden Futterteig zurückgreifen
      • Flüssigfütterung eher vermeiden, da bei Regen hohe Feuchte an den Rähmchen zu Schimmel führen kann.

    Praxiswert:
    Restfutter Ende Februar sollte – regional typischerweise – noch ≥ 4–6 kg betragen, besser aber 7–8 kg, da der März früher warm starten könnte.


    3. Flugwetter, Reinigung & Polleneintrag

    Die wechselnde Wetterlage erzeugt im Februar 2026 mehrere Flugfenster, aber auch längere trübe Phasen:

    • Schneefall und Glätte verzögern Flüge → Reinigungsflüge treten erst bei stabilen milden Tagen ein.
    • Milden Abschnitten mit 8 – 12 °C regenreich begleitet ist → Flugbetrieb möglich, aber kurze Intervalle.
    • Kontinuierlicher Polleneintrag ist unwahrscheinlich, aber zwischen Niederschlägen und bei kurzen Sonnenscheindauern möglich (insbesondere von Hasel/Erle/Salweide).
    Haselnusskätzchen im Frühling bei Sonne. © Quelle: ChatGPT (AI Generated)

    4. Varroasituation & Diagnostik

    • Bei wechselhaftem Februar ist die Windeldiagno­se gut nutzbar:
      • Milbenfall analysieren (Tagesmittel, Trend).
      • Werte auch bei mildem Wetter beobachten – hohe Aktivität → evtl. frühe Belastung.

    5. Imkerliche Betriebstechnik

    Februar 2026 sollte auf aktuelle Witterung ausgerichtet werden:

    • Stark nasses Wetter bedeutet Beutenkondensationskontrolle → unten kleine Luftschlitze offen halten, Zug aber vermeiden.
    • Nutzung der Sonne/Windfenster zum Öffnen für kurze Sichtkontrollen, Futterkontrolle, Absperrgitter setzen (bei Räubergefahr).

    6. Tracht-Ausblick unter der aktuellen Witterung 2026

    Stark wechselhaftes Wetter verschiebt lokale Trachtphasen:

    • Salweide: leichte Vorverlagerung in milderen Phasen.
    • Obstblüte (Kirsch/Apfel): abhängig von Märztemperaturen → evtl. früherer Start als saisonneutral.
    • Regnerische Zwischenperioden → weniger kräftiger Pollen- und Nektarfluss, aber längere Blühfenster.

    Zusammenfassung – Imkerpraxis Februar 2026

    • Wetterextreme und -wechsel prägen die Volksentwicklung: Von winterlichem Frost/Glätte zu mild-nassem Atlantikwetter.
    • Futtermanagement hat hohe Priorität – Inspektionen über Gewicht/Hohlraumgefühl.
    • Flugwetter nutzt warme Intervalle, jedoch kein kontinuierlicher Polleneintrag.
    • Brutentwicklung bleibt volatil, aber mehr Chancen auf Wachstum als bei konstantem Frost.
    • Betriebstechnik sollte wetteradaptiv sein, besonders bei Feuchtemanagement, Zugkontrolle und Windschutz.

    Monatsbetrachtungen 09/20 – Das Imkerjahr geht zuende

    Mit dem Abblühen der Lindenblüte geht auch die Sommertracht zu Ende. Wie jedes Jahr schwanken die Erträge zwischen wenig und viel. An den guten Standorten haben die Völker während der Sommertracht zwei Zargen mit Honig gefüllt, die besten Völker haben gegen Ende Juni eine dritte Honigraumzarge erhalten, wenn auch diese dritte Zarge nicht mehr komplett mit Honig gefüllt wurde.

    Auch für den Sommerhonig gilt: Nur reifen Honig ernten. Dieses Ziel ist in der Regel nur zu verwirklichen, wenn man erst nach Trachtende und unmittelbar nach einem Regentag zu Bienenbesen oder zur Bienenflucht greift und die Honigernte bei trockenem Wetter an einem frühen Vormittag vornimmt. Wenn am Vortag oder an den Vortagen wegen Regen kein Nektar (oder Honigtau) eingetragen worden ist, kann auch der noch nicht verdeckelte Honig geerntet werden. Er ist dann häufig trockener als der verdeckelte Honig, dennoch sollte seine Reife mit der Spritzprobe überprüft werden.

    Den Honigraum Bienenfrei bekommen

    Hierbei stellen sich unterschiedliche Methoden zur Verfügung. Zum einen gibt es die Bienenflucht. Diese wird am frühen Vormittag eingelegt. Am Abend des nächsten Tages kann der Honigraum dann nahezu Bienenfrei abgehoben werden. Die Bienenflucht funktioniert jedoch nur, wenn im Honigraum keine Brut vorhanden ist bzw. war. Somit ist ein Absperrgitter dabei vorrausgesetzt.

    Die Alternative ist das händische Entfernen der Bienen aus dem Honigraum. Das kann mühsam mit einem Bienenbesen erfolgen, oder aber, wie es viele Berufsimker mittlerweile durchführen, mit einem Laubbläser. Dabei wird die Zarge aufrecht hingestellt die Bienen herausgepustet. Grade bei mehreren Völkern erweist sich das als sehr zeitsparend

    Vermeidung der Räuberei

    Bei der Honigernte mit Stockmeisel und Besen werden häufig Honigwaben beschädigt. Das kann wie das Ersetzen der zuvor entnommenen vollen Honigwaben durch leere geschleuderte Waben Suchflüge und infolgedessen Räuberei auslösen. Besonders gefährdet sind die noch schwachen Jungvölker. Deren Fluglöcher sind eng zu halten, auch wenn sie in der Volkgröße schon gewachsen sind bzw. noch am Wachsen sind.

    Füttern der Jungvölker

    Bei den Jungvölkern muss auf die Futterversorgung und auf rechtzeitige Erweiterung (mit Mittelwänden) geachtet werden. Bis Ende August sollte ein Jungvolk 10 Waben haben (Zander), auch wenn es dann „nur“ auf 6 Waben sitzt. Bis es soweit ist wird literweise „von der Seite“, weit weg vom eingeengten Flugloch, gefüttert. Als Futtergefäß dient ein „Tetra Pak“, eine passend gestutzte Plastikflasche, eine Schüssel oder eine Futtertasche. Bitte an eine Schwimm- und Aufstieghilfe denken, da sonst die Bienen im Futter regelrecht ertrinken! Ein gut gemeinter Tipp:

    Am besten abends füttern, da dadurch die Räubereigefahr gemindert wird.

    Prüfung des Varroabefalls

    Es gibt verschiedene Methoden, um den Varroabefall von Bienenvölkern zu beurteilen. Die Methode mit dem geringsten Aufwand ist die Gemülldiagnose. Sie liefert ausreichend zuverlässige Hinweise, wie es um den Varroabefall eines Bienenvolkes bestellt ist.

    Gitterboden und Windel werden auch gebraucht, wenn es darum geht, den durch eine Behandlung ausgelösten Milbenfall zu erfassen. Das Volk muss dazu auf einem Gitterboden sitzen, in den man von hinten –ohne Störung des Volkes– eine Windel einschiebt. Gitterboden und Windel werden auch gebraucht, wenn es darum geht, den durch eine Behandlung ausgelösten Milbenfall zu erfassen. Die ideale Windel ist aus Plastik, glatt und einfarbig und sie hat einen Rand, sodass die leichten Milben beim Ziehen der Windel nicht vom Winde verweht werden. Nachfolgendes Bild zeigt eine typische Windel mit entsprechendem Gemüll.

    Ab jetzt wird gezählt. Meist ist es hilfreich eine Lupe zu verwenden, denn die dunklen Milben sind schnell gefunden, jedoch sind die hellen Milben nicht so leicht mit dem bloßen Auge zu erkennen.

    Danach ist auszuwerten wie viele Milben pro Tag fallen, dabei wird folgende Formel angewendet:

    Anzahl gezählter Milben / Anzahl der Tage= Milben pro Tag

    Wenn der Milbenfall im September mehr als 1 pro Tag beträgt, dann ist eine Behandlung durchzuführen. Im Oktober darf der Wert von 0.1 Milben pro Tag nicht überschritten werden.

    Wichtig!

    Es sollte nur der natürliche Milbenfall gezählt werden, denn der Milbenfall nach einer Behandlung verfälscht das Ergebnis.

    Behandlungsmethoden

    Es gibt unterschiedliche Arten zur Behandlung.

    • Ameisensäure mittels Verdunsten
    • Teilen und Behandeln
    • Totale Brutentnahme

    Verdunsten

    Das wohl gängigste Verfahren ist das Verdunsten mit der Ameisensäure. Dabei wird mit einem Dispenser die Ameisensäure langsam im Volk verdunstet. Diese Prozedur wird zweimal wiederholt und danach erfolgt (je nach Milbenfall) noch eine Winterbehandlung mit Oxalsäure.

    Teilen und Behandeln

    Wenn die Behandlung nach dem Prinzip Teilen und Behandeln erfolgt muss ein genauer Zeitplan eingehalten werden. So kann auch mit einem Doppelboden gearbeitet werden. Grob wird hierbei von einem Volk ein Weiselrichtiger Flugling und ein Weiselloser Brutling gebildet. Ab Tag X+2 wird der Flugling behandelt. Am Tag X+21 ist dann der Brutling an der Reihe. Hier wir in der Regel Milchsäure oder Oxalsäure gesprüht. Es entstehen dabei auch zwei eigenständige Völker. Diese werden dann nach dem Auffüttern wiedervereinigt. Die „überflüssige“ Königin kann einem anderen Volk oder Ableger zugefügt werden.

    Totale Brutentnahme

    Diese Behandlung wird nach der letzten Honigernte durchgeführt. Hierbei werden alle Brutwaben entnommen und durch Mittelwände ersetzt. Der Bien ist damit Brutfrei und es kann mit Milchsäure effektiv behandelt werden. Die entnommenen Brutwaben werden je nach Milbenbefall entweder eingeschmolzen oder es kann eine Brutscheune erstellt werden.

    Vereinsstand am Bauhaus

    Präsentation zum Tag der Biene am 13.04.19

    Der Imkerstand im Eingangsbereich des Bauhaus-Marktes in Wattenscheid. Fotos: F. Peters

    Am 13.04.2019, dem Tag der Biene, präsentierte sich der Imkerverein Wattenscheid durch die Mithilfe zahlreicher Mitglieder in Kooperation mit dem Bauhaus-Markt Wattenscheid an einem eigenen Imkerstand. Es wurden zahlreiche Produkte rund um die Imkerei angeboten und auch viele Sorten eigenen Honigs verkauft. Wir nutzen die Gelegenheit, um auf das Bienensterben im Kontext des Pestizitaustrags im großen Umfang hinzuweisen. Ebenso haben wir auf Maßnahmen aufmerksam gemacht, was man durch Anlegen von Wildblumen für die Artenvielfalt der Insektenwelt tun kann“, so der erste Vorsitzende Frank Menzel.

    Eine kleine Ausstellung an Imkereizubehör von der Bienenbeute bis zur Honigschleuder hat den interessierten Baumarktkunden einen Einblick in die Hobyimkerei gegeben.

    Monatsbetrachtungen März 2019

    In Kürze: Frühjahrsarbeiten, Futterverbrauch kontrollieren, Fluglöcher und Böden reinigen, Brutnest/Wabensitz ordnen

    Futterkontrolle

    In der zweiten Februarhälfte sind die Völker aufgrund der warmen Witterung schon stark geflogen und haben Pollen von Hasel, Erle und den ersten Frühjahrsblühern eingetragen. Damit ist das Brutgeschäft in Gang gekommen und gerade starke Völker haben jetzt einen hohen Futterverbrauch aufgrund der Bruttätigkeit. Viele Imker berichten jetzt Anfang März von Völkern, die bereits nachgefüttert werden müssen, da die letzten Futterreserven angebrochen wurden. Die Nachfütterung erfolgt dabei durch Zuhängen von Futterwaben aus dem Vorrat oder durch Umhängen von Waben aus Völkern mit Futterüberschuss. Auch kann das Auflegen von Futterteig direkt über dem Bienensitz erfolgen. Zur Kontrolle des Futtervorrates genügt es, das Gewicht der Völker festzustellen. Zuverlässiger ist aber die Durchsicht und Abschätzung des Futtervorrats nach der 8tel Methode, wobei jede Wabenseite in 8 gleichgrosse Felder eingeteilt wird. Pro Wabe werden dann die vermeintlich gefüllten Felder gezählt. Pro Wabenfeld kann man bei DNM gut 111g Futtervorrat rechnen, bei anderen Wabenmassen orientiert man sich an folgender Tabelle:

    Quelle: http://www.share.formwillen.de/bienen/Tipps%20Populationsschätzung.pdf

    Reinigung

    Entscheidend für die ersten Eingriffe sind Temperaturen von mindestens 15°C und darauf folgende Flugwettertage. Ob die Fluglöcher frei sind sind, sollte man stets im Blick behalten, und notfalls von aussen freiräumen. Wenn es das Wetter zulässt können die Magazine weggestellt und die Böden gereinigt werden.

    Empfiehlt sich dabei auch den Sitz des Brutnests zu prüfen. Idealerweise sitzt es in der Mitte der Zarge. Durch vorsichtiges Verschieben von den Brutwaben lässt es sich wieder in der Mitte anordnen. Der freiwerdende Raum kann mit Futterwaben oder Leerwaben aufgefüllt werden. Durch einen kompakten Sitz des Brutnestes brauchen die Bienen ein Minimum an Energie um für die nötige Bruttemperatur zu sorgen bei gleichzeitiger Nähe zu den Futterreserven.

    Bevorstehende Obstblüte

    Die ersten Kirschbäume stehen kurz vor der Blüte. Aus der Nachbarstadt Essen hört man schon von blühenden Kirschen. Hier kommen die ersten Wildkirschen in Blüte, die übrigen Kirschbäume treiben ihre Blütenansätze gerade aus. So ist es vermutlich nur eine Frage von wenigen Tagen bis das große Blühen einsetzt.

    Monatsbetrachtungen Februar 2019

    Beginnend im Jahr 2019 wollen wir unsere Beobachtungen und Ratschläge für den jeweiligen Monat veröffentlichen.

    Der Februar in diesem Jahr zeigt sich ab der Monatsmitte ungewöhnlich mild und mit frühlingshaften Temperaturen. Seitdem ist die Hasel auch ihrem Entwicklungszyklus voraus und blüht bereits. Ebenso blühen viele Frühblüher wie Schneeglöckchen und Krokusse. Wenn die Witterung vorerst so bleibt steht die Saalweidenblüte in kurzer Zeit an.

    Seit Mitte Februar, wo die Temperaturen die 10 Grad Schwelle überschritten haben, fliegen auch unsere Bienen. Nach Abschluss der ersten Reinigungsflüge hat sich hier und da reger Flugbetrieb eingestellt. Die Damen kehren mit vollen Pollensäckchen zurück und die grüngelbliche Farbe lässt Haselpollen vermuten.

    Der Polleneintrag ist ein sicheres Anzeichen für beginnende Bruttätigkeit der Völker. Damit steigt der benötigte Futterbedarf auf bis zu 2kg pro Woche, während der Futtervorrat jetzt am Ende des Winters schon zu großen Teilen aufgebraucht ist. Daher ist jetzt eine Futterkontrolle absolut ratsam, denn eine ausreichende Nektarversorgung tritt nicht vor der Saalweidenblühte ein. Ebenso sind Reserven notwendig, da die Witterung aller Wahrscheinlichkeit nach nochmals einbrechen und zu kalten Temperaturen zurückkehren wird. Die momentan milden Tagestemperaturen dürfen nicht über die frühe Jahreszeit hinwegtäuschen, denn es ist nachts noch sehr kalt und es kühlt rapide ab, sobald die wärmende Sonneneinstrahlung abbricht.

    Eine Nachfütterung erfolgt am Besten mit eugenem Honig oder aber Futterteig, der sich in dünnen Scheiben gut auf die Rähmchen unter die Abdeckfolie legen lässt. Der Vorteil von Futterteig ist, dass dieser nicht groß in die Waben eingetragen sondern sofort aufgebraucht wird. Nachteil ist, dass zur Aufnahme von Futterteig eine gewisse Menge Wasser aufgenommen werden muss. Dies kann aus Schwitzwasser oder von einer Tränke erfolgen. Die Gabe von Flüssigfutter kann auch helfen, sollte aber von unten erfolgen durch ein entsprechend flaches Gefäß auf dem Beutenboden mit Schwimmhilfen.

    Viele Imker auch in unserem Verein berichten über einen ungewöhnlich hohen Völkerverlust diesen Winter. Bei dem einen wahr es der hohe Varroadruck, bei dem anderen ein Abriss der Futterversorgung oder auch ein durch Totenfall versperrtes Flugloch. Auch Ruhr oder Nosema als Durchfallerkrankung haben das ein oder andere Volk geschwächt.

    Der frühe Zwischenfrühling, den wir gerade erleben, kurbelt die Entwicklung unserer Völker recht früh an. Wenn die Futterversorgung sichergestellt wird, kann dies aufgrund der frühen Entwicklung zu einem prächtigen Bienenjahr führen. So bleibt es spannend wie dann die spätestens im April bevorstehende Obstblüte verlaufen wird…

    Die Schwarmzeit hat begonnen


    Es ist ganz natürlich, dass sich die Bienen im Frühjahr vermehren wollen. Sobald es im Stock zu eng wird, kommt ein Bienenvolk in Schwarmstimmung. Normalerweise ist der Imker daran interessiert, dieses Schwarmtrieb bei seinen Bienen zu schwächen, um den den Sammeleifer nach Nektar nicht zu unterdrücken. Gerät das Volk aber doch in Schwarmstimmung, so zieht es sich eine neue Königin heran. Kurz bevor die neue Königin schlüpft, verlässt die alte Königin mit einem Teil der Bienen den Stock. Der Schwarm zieht aus! Ein solcher Auszug sieht sehr spektakulär aus; viele Beobachter sprechen davon, dass der Himmel beinahe schwarz war vor lauter Bienen, bis sich irgendwo in der Nähe eine Bienentraube gesammelt hat.
    Sie brauchen aber keine Angst zu haben, denn die Bienen sind in diesem Stadium mit sich selbst beschäftigt und sehr friedlich.
    Was ist jetzt zu tun? Benachrichtigen Sie schnell einen befreundeten Imker. Er wird sich über Ihren Anruf freuen und den Schwarm gerne einfangen. Denn alleine sind unsere Honigbienen in der Regel nach 2-3 Tagen verloren, wenn Sie nicht eine passende neue Behausung finden.
    Wenn Sie keinen Imker kennen, wenden Sie sich bitte an den nächstgelegenen Ortsverein. Er hilft Ihnen gerne weiter.
    Den nächsten Ortsverein finden Sie hier.
    In Wattenscheid und Umgebung werden Imker des Imkervereins Wattenscheid gerne helfen.
     

    Hier sehen Sie ein kurzes Video, wie unser Ehrenvorsitzender Gerd Bücher einen Schwarm einfängt und die Bienen vorsichtig von einer Traube abstreift.

    https://www.youtube.com/watch?v=jXAwOzcOIMs